Hinterfotzing
Es ist ein wenig bekanntes Thema, dass ich zwei abendfüllende Kabarettprogramme geschrieben habe und damit auch auf die Bühne ging. Das erste hieß "Woaßt!" und das zweite "günstiger sterben". Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber letztlich muss man sich entscheiden, ob man das ganz oder gar nicht macht. Für ganz konnte ich mich nicht begeistern. Ein wenig geht nicht, denn sich den Text für 90 Minuten Programm zu merken, ist schon eine Herausforderung.
Ich merkte auch, dass mir das Schreiben fast ebenso viel Spaß macht, wie der Auftritt. Ein und das selbe Programm wieder und wieder zu spielen, das muss man mögen.
Vielleicht ist das ganze durch die Starkbierfeste entstanden, die wir in Wegscheid ab 2000 veranstalteten. Damals hatte die Pfarrei eine Finanzlücke und drei Vereine nahmen sich des Problems an. Das waren die Kolpingsfamilie, die Marktkapelle und die Feuerwehr. Es gab damals kaum Starkbierfeste, aber man erinnerte sich der Humoratorproben, aus vergangenen Tagen. Vorbild war natürlich der Nockherberg und man brauchte einen Starkbierprediger. Warum sie auf mich kamen, das wäre eine eigene Geschichte.
Jedenfall lief das sehr gut und wir feierten große Erfolge. Große Erfolge erbringen große Gewinne und der Neid keimte auf. Die schöne Zeit war vorbei und ich stieg aus. Mittlerweile bin ich bei einer anderen Veranstaltung aktiv. Am Faschingsdienstag beim "Verein zur Förderung des Ansehens der Blut und Leberwurst in Bad Höhenstadt". Das ist eine Faschingsveranstaltung, wie ich mir das vorstelle. Seit fünf Jahren trete ich dort mit einer satirischen Rede auf. Entstanden ist diese Verbindung durch Tobias Achatz, der im Wegscheider Seniorenheim Heimleiter war.
Mein erstes Kabarettprogramm spielte in Hinterfotzing. Ich arbeitete dabei meine kommunalpolitischen Erfahrungen auf. Geblieben ist der Ort, dem ich eine eigene Internetseite widmete und dann und wann Geschichten zum Besten gebe.
In der Anfangseuphorie fasste ich den Plan, ein komplexes Geschehen in Hinterfotzing aufzubauen, aber dafür wäre zu viel Zeit erforderlich, so ist es ein Mosaik aus Kurzgeschichten mit mehr oder weniger reellem Hintergrund.
Satire halt, also eine überzeichnete und verschobene Darstellung des realen Lebens.
Besuchen Sie Hinterfotzing!